Berufsbegleitende Weiterbildung

Basiskompetenz für Fachkräfte in der SPFH

 
J29 (2012)

Ein Zertifikatskurs für neue Mitarbeitende in den ambulanten Hilfen

 

Die Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) ist eine der zentralen ambulanten Hilfen zur Erziehung. Als Fachkraft in der SPFH ist es Ihre Aufgabe, Familien bei der Bewältigung ihrer Erziehungsaufgaben und Alltagsprobleme, ebenso wie in Konflikten und Krisen, durch eine intensive Begleitung und Betreuung zu unterstützen. Die Arbeit bezieht die gesamte Familie ein, in der Zusammenarbeit zwischen Fachkraft und Familie wird die konkrete Ausgestaltung der Hilfe entwickelt. Auch die Kooperation und Vernetzung mit anderen Beteiligten und Institutionen, wie bspw. den Jugendämtern, ist eine wichtige Anforderung.

 

Diese Arbeit im Bereich der ambulanten Erziehungshilfe ist anspruchsvoll und die Anforderungen sind in den letzten Jahren weiter gewachsen. Die Fachkräfte in der SPFH müssen eine hohe Fachlichkeit entwickeln und im Bereich der persönlichen wie auch sozialen Kompetenz hohen Anforderungen genügen.

Die Ausbildungen für Sozialpädagogische Fachkräfte (Erzieherinnen, Erzieher und Sozialpädagoginnen, Sozialpädagogen) greifen einige der zentralen Themen, welche für die Tätigkeit in der Praxis benötigt werden, nur am Rande auf.

 

Auch Berufseinsteiger, die neu im Arbeitsfeld SPFH tätig sind, übernehmen große Verantwortung und müssen sich in einem komplexen Aufgabengebiet zu Recht finden. Hier setzt der Zertifikatskurs „Basiskompetenzen für Sozialpädagogische Familienhelfer“ an: Neue Mitarbeiter werden berufsbegleitend für ihre Tätigkeit qualifiziert. Es werden die maßgeblichen Themen für herausfordernde Situationen im Arbeitskontext der ambulanten Erziehungshilfe vermittelt und mit praktischen und handlungsorientierten Methoden vertieft. Dabei steht neben der Vermittlung von konkretem Wissen auch das erfahrungsorientierte Lernen im Mittelpunkt. So ist sichergestellt, dass auch an der Selbstaktualisierung und am Selbstbewusstsein gearbeitet wird. Dies unterstützt die Kollegen bei der Einarbeitung in das Arbeitsfeld und ihrer Rollenfindung als SPFH. Ziel ist es, im anspruchsvollen Praxisfeld der ambulanten Erziehungshilfe/ SPFH  zunehmend handlungssicherer zu werden und möglichen schwierigen Situationen gewachsenen zu sein.

 

Was haben Sie als Mitarbeitende von dem Zertifikatskurs?

 

  • Sie erweitern praxisbezogen Ihr Wissen in den zentralen Bereichen der ambulanten Erziehungshilfe
  • Dadurch werden Sie handlungssicher in schwierigen und komplexen Situationen
  • Sie erhalten ein umfangreiches Methoden- und Interventionsrepertoire
  • Sie entwickeln eine systemische und ressourcenorientierte Haltung
  • Sie schaffen sich eine klare Identität und Rollensicherheit als sozialpädagogische Fachkraft in der ambulanten Erziehungshilfe
  • Sie steigern Ihre Arbeitszufriedenheit
  • Sie erhalten ein umfangreiches und wertiges Zertifikat von der GISA als qualitätstestierte Bildungseinrichtung

 

 

Was haben Sie als Leitung der Einrichtung von dem Zertifikatskurs?

 

  • Sie sichern die Qualität in den immer komplexer werdenden Erziehungsprozessen
  • Sie steigern konkret die Arbeitszufriedenheit Ihrer Mitarbeitenden und beugen Überforderungssituationen vor
  • Sie erhöhen Ihre Attraktivität als Arbeitgeber, indem Sie jungen Mitarbeitenden ein attraktives Qualifizierungsangebot zur Verfügung stellen
  • Sie eröffnen Ihren Mitarbeitenden die Chance zu einer guten emotionalen und mentalen Bindung und Identifikation mit Ihrer Einrichtung
  • Damit treten Sie aktiv dem zu erwartenden Fachkräftemangel entgegen

 

 

Die Weiterbildung umfasst insgesamt 6 Module von 2-tägiger Dauer. Der Gesamtumfang der Weiterbildung beläuft sich auf 12 Tage. Innerhalb der Module werden supervisorische Elemente eingesetzt, die dazu dienen, die eigene berufliche Rolle zu festigen und persönlichkeitsbezogen an der eigenen Haltung zu arbeiten.

Unsere Referentinnen und Referenten verfügen alle über mehrere Jahre Erfahrung im Bereich der Erziehungshilfe und sind dazu ausgewiesene Fachleute in ihrem jeweiligen Spezialgebiet. Alle stehen in unmittelbaren Arbeitszusammenhängen gemäß unserem Motto „Aus der Praxis für die Praxis“. Außerdem vertreten sie alle eine systemische und ressourcenorientierte Haltung.

 

Die Kosten belaufen sich auf 95,00 € pro Tag ohne Unterkunft und Verpflegung. Die Teilnehmenden können für 6,00 € inkl. MwSt. pro Tag ein Mittagessen und Pausengetränke (Tee, Kaffee, Wasser) buchen.

 

Der Zertifikatskurs ist so aufgebaut, dass bei allen Modulen eine Verbindung von aktuellem Fachwissen mit der beruflichen Praxis, den Erfahrungen und Fragen der Teilnehmenden erfolgt. Der eigene berufliche Kontext und praxisnahe Fallbeispiele werden umfassend einbezogen. Durch die kontinuierliche Verknüpfung der theoretischen Anteile mit dem Arbeitsalltag der Fachkräfte ist die Nachhaltigkeit des Erlernten gesichert.

 

Methoden: Theorieinput, Einzel- und Gruppenarbeit, moderierter Erfahrungsaustausch, kreative Methoden, Fallbeispiele, praxisorientierte Umsetzungsmethoden, videounterstützte Übungen.

Die Teilnehmenden erhalten ein umfangreiches Skript.

 

Modul 1: Sozialpädagogische Familienhilfe – Das Spannungsfeld von Wollen, Können und Dürfen (2 Tage)

 

  • Begriff und Aufgaben der SPFH
  • SPFH im System der Hilfen zur Erziehung (Das Dreieck der Beteiligten: Hilfeadressaten – Jugendamt – Freier Träger)
  • Rolle der Fachkraft in der SPFH im Kontext der Spannung zwischen wertschätzender Hilfe und Kontrolle
  • Sozialpädagogische Familienhilfe im Spannungsfeld von Kosten, Nutzen und Wirksamkeit

 

 

Modul 2: Rechtliche Grundlagen für die Arbeit der SPFH – Handlungssicherheit gewinnen durch Wissen (2 Tage)

 

  • Kurzübersicht über die Systematik der Sozialgesetzgebung
  • § 1626 BGB (Elterliche Sorge, Grundsätze)
  • § 1666 BGB (Gefährdung des Kindeswohls durch Eltern oder Dritte)
  • Das Kinder- und Jugendhilfegesetz – KJHG (SGB VIII) Aufbau und Besonderheiten
  • Schutzauftrag nach § 8a SGB VIII (Rechtliche Grundlagen, Beurteilung von Gefährdungslagen, Aspekte der Garantenpflicht)
  • … und aktuelle Fragestellungen der Teilnehmenden

 

 

Modul 3: Systemische und lösungsorientierte Arbeit mit Familien – Neue Perspektiven in der Arbeit als SPFH (2 Tage)

 

  • Einführung in Systemische und lösungsorientierte Perspektive in SPFH
  • Systemisch-lösungsorientierte Auftragsklärung und Elternberatung
  • Grundlagen, Methoden und Techniken des systemischen und lösungsorientierten Arbeitens (Auftragsklärung, Hypothesenbildung, Genogrammarbeit, systemisches Fragen, Skulpturarbeit,  Skalenarbeit, Familienkreismethode, soziales Atom etc.)

 

 

Modul 4: Sozialpädagogische Familienhilfe im Hilfeplanverfahren - Alles im Prozess (2 Tage)

 

  • Rolle und Aufgabe des Jugendamtes, ASD
  • Rolle und  Aufgabe der freien Träger
  • Hilfeplanung: Moderation, Zielfindung, Umsetzung
  • Schwerpunkt Zielfindung und Zielformulierung im Spannungsfeld von Hilfeempfänger, Fachkraft und Jugendamt

 

 

Modul 5: Kommunikation, Vernetzung und Dokumentation – Arbeitshilfen für die Arbeit als SPFH (2 Tage)

 

  • Methoden der Gesprächsführung
  • Analyse von Konflikten und Führen von schwierigen Gesprächen, Selbstmanagement der Hilfeadressaten
  • Vernetzung als Ressource in der Arbeit- Netzwerke und Stärken suchen, aufbauen und nutzen
  • Dokumentationsformen, - vorlagen und -hilfen für SPFH

 

 

Modul 6: Survivalstrategien für Sozialpädagogische Familienhelfer – Last but not least: Selbstfürsorge und Psychohygiene (2 Tage)

 

  • Flexibilität, Veränderungsbereitschaft und Krisenbewältigung: Umgang mit herausfordernden beruflichen Situationen
  • Umgang mit Krisen im Lebensverlauf (Systemisches Krisenmodell, Entwicklungs- und Situationskrisen)
  • Arbeit mit nicht motivierten Klienten
  • Das fragile Zusammenspiel von Idealismus, Motivation und Realität
  • Persönliche Fähigkeiten und Grenzen wahrnehmen und einsetzen
  • Umgang mit Zeit

Termine

1. Modul: 13.02. – 14.02.2012

2. Modul: 07.05. – 08.05.2012

3. Modul: 30.08. – 31.08.2012

4. Modul: 12.11. – 13.11.2012

5. Modul: 04.02. – 05.02.2013

6. Modul: 13.05. – 14.05.2013

Referent/-innen

Martin Delong, Rüdiger Müller, Annette Dengler, Petra Lauer u.a.

Ihre Investition

95,00 € pro Tag ohne Unterkunft und Verpflegung, 6,00 € inkl. MwSt. pro Tag für Mittagessen und Pausengetränke (Tee, Kaffee, Wasser)

 
Legende Anmeldestand:
Bild zur Illustration des Bereichs Jugendhilfe

entscheiden

coachen

evaluieren

qualifizieren

verändern

begleiten

weiterbilden

trainieren

fortbilden